Historie Deponie Hürtgenwald-Horm

 

Bei der Deponie Horm handelt es sich um eine Grubendeponie, die im ehemaligen Erztagebau „Maubacher Bleiberg“ eingerichtet und im Jahr 1973 entsprechend dem damaligen Stand der Technik in Betrieb genommen wurde. Die Deponiefläche beträgt 19,5 ha und erzeugt ein Gesamtvolumen  von 10 Mio. m3 (ursprüngliche Planung, später auf ca. 9 Mio. m³ reduziert) bei einer Mächtigkeit von bis zu 90 m Höhe. 

 

Im Zuge der Anpassung an den fortschreitenden Stand der Technik und auf Grundlage neuerer gesetzlicher Vorgaben (TA Siedlungsabfall und TA Abfall) wurden in den Jahren 1989-1996 folgende Maßnahmen zum Schutz der Umwelt ergriffen:

 

  • Einbau einer Zwischen- und Böschungsabdichtung und daraus resultierende horizontale Unterteilung in Alt- und Neumüllkörper

  • Erfassung von Deponiegas im Alt- und Neumüllkörper mit anschließender energetischer Verwertung über Gasmotoren (BHKW)

  • Erfassung des Mischwassers (Sickerwasser und gesümpftes Grundwasser) im Altmüllkörper mit anschließender Aufbereitung (Enteisenung, Entkalkung und Entarsenierung)

  • Rückführung des Mischwassers in den Altmüllkörper zur Auslaugung der Schadstoffe und Beschleunigung des Abbaus organischer Inhaltsstoffe

  • Erfassung des Sickerwassers aus dem Neumüllkörper und Behandlung in einer Sickerwasserbehandlungsanlage mit anschließender Einleitung in die Kanalisation

 

Mit Inbetriebnahme einer Mechanisch-Biologischen-Restmüllbehandlungsanlage im Jahr 1995 wurden die organisch belasteten Haus- und Gewerbeabfälle nur noch nach deren mechanisch-biologischer Vorbehandlung abgelagert. Dadurch wurden die Gasbildungsrate, die Belastung des Sickerwassers sowie das Ausmaß der Setzungen im Neumüllkörper erheblich reduziert. 


Veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen mit dem Verbot zur weiteren Ablagerung von organischen Abfällen erforderten eine Umplanung und machten den vorzeitigen Abschluss der Deponie erforderlich. Dieses zog eine Veränderung der Verfülltopographie nach sich. 


Um das notwendige Rekultivierungsniveau zu erreichen, werden seit dem 01.01.2005 nur noch mineralische Abfälle abgelagert.

Ende 2010 erfolgten Maßnahmen zur Stilllegung der Deponie Horn.Ein Grundwassersicherungsbauwerk mit Deponieersatzbaustoffen in einer Größenordnung von 500.000 m³ zur Verhinderung von Wasseraustritten an den Falken der Deponie wurde fertig gestellt.

Seit 2014 konnte zur Herstellung eines einheitlichen Gefälles der Deponieoberfläche die Deponie mit weiteren ca. 385.000 m³ Deponieersatzbaustoffen befüllt werden.

Aufgrund zwischenzeitlicher Erkenntnisse zum dauerhaften Bedarf an Ablagerungskapazitäten der Deponieklasse 1 wurde für den Standort Horn ein Konzept „Deponie auf Deponie“ entwickelt, um die Deponie um einen neuen Abschnitt für mineralische Abfälle der Deponieklasse 1 zu erweitern.

Im Januar 2018 wurde die Genehmigung dafür erteilt.

Bei vollflächiger Belegung der Altdeponie sowie Inanspruchnahme von bisher noch ungenutzten Tagebauflanken wird die Ablagerungsfläche ca. 22 Hektar betragen. Dies führt zu einem zusätzlichen Deponievolumen von ca. 2,7 Mio. m³.

Mit den Baumaßnahmen zur Errichtung des ersten Teilabschnitts wurde im Mai 2018 begonnen.